Nina Scholz im Willy-Brandt-Haus: Warum ihre Analyse auch für Frauenrechte zentral ist.

Im Vortrag „Ideologische Verbindungen: Muslimbruderschaft, Hamas und Judenhass“ (YouTube 17 min) zeigt die Wiener Politikwissenschaftlerin Nina Scholz, wie islamistische Ideologien strukturelle Gewalt fördern und demokratische Gesellschaften gezielt beeinflussen. Viele ihrer Befunde greifen Themen auf, für die Terre des Femmes Österreich seit Jahren konsequent eintritt.

Der Vortrag wurde am 12. September 2025 im Willy-Brandt-Haus in Berlin gehalten und war Teil der AK-Polis-Veranstaltung „Die Muslimbruderschaft – Agenda, Strukturen und politische Antworten“, bei der es darum ging, Impulse für den im deutschen Regierungsprogramm verankerten „Bund-Länder-Aktionsplan gegen den Politischen Islam“ zu geben. Das politische Umfeld und die Ausrichtung der Veranstaltung verstärkten die Relevanz von Scholz’ Analyse, da sie in ein breiteres Bemühen eingebettet war, islamistische Einflussstrategien wissenschaftlich zu durchdringen und politisch einzuordnen.

Was Scholz sichtbar macht

Antisemitismus als ideologisches Fundament
Scholz verdeutlicht, dass antisemitische Weltbilder ein tragendes Element islamistischer Ideologien sind. Sie formen politische Narrative, legitimieren Feindbilder und bedrohen jüdisches Leben in Europa.

Legalistischer Islamismus als unterschätzte Dynamik
Anstelle offener Gewalt setzen Organisationen wie die Muslimbruderschaft auf langsame gesellschaftliche Einflussnahme über Vereine, Bildungsinitiativen und politische Beratung. Diese Strategie wirkt moderat, verfolgt jedoch langfristig ein anti-demokratisches und patriarchales Ziel.

Demokratie braucht Präzision
Scholz plädiert dafür, ideologische Netzwerke klarer zu benennen und strukturell zu begrenzen. Dazu gehören Transparenz bei Fördermitteln, das Ende staatlicher Kooperation mit Tarnorganisationen sowie eine unabhängige wissenschaftliche Beobachtung.

Wo Scholz und TDFÖ übereinstimmen

Gewalt verstehen heißt Strukturen erkennen
TDFÖ arbeitet gegen die Formen patriarchaler und religiös legitimierter Gewalt, die das Leben von Frauen und Mädchen einschränken. Scholz zeigt die ideologischen Grundlagen dieser Gewalt. Beide Perspektiven betonen: Unterdrückung entsteht dort, wo Ideologien Menschen hierarchisieren.

Säkularität als Schutzraum für Gleichberechtigung
TDFÖ verteidigt einen säkularen Staat, der weltanschauliche Neutralität gewährleistet. Scholz warnt vor Versuchen, religiös begründete Normen in staatliche Institutionen einzubetten. Die Linien treffen sich in der Überzeugung, dass Gleichberechtigung ohne säkulare Rahmenbedingungen nicht möglich ist.

Frauen und Mädchen im Zentrum der Betroffenheit
Islamistische Geschlechterrollen greifen tief in Freiheit und Körperautonomie ein. Kleidung, Sexualität und sozialer Raum werden reguliert. Dieser Befund ist eng mit dem Kernanliegen von TDFÖ verbunden, weibliche Selbstbestimmung gegen ideologische Eingriffe zu verteidigen.

Keine Verharmlosung durch Kulturrelativismus
Scholz kritisiert jene Sichtweisen, die aus „kultursensiblen“ Gründen frauenfeindliche Praktiken weichzeichnen. Auch TDFÖ tritt solchen Relativierungen entgegen. Menschenrechte gelten universell und dürfen nicht aus Rücksicht auf religiöse Narrative verwässert werden.

Warum der Vortrag für TDFÖ relevant bleibt

Nina Scholz liefert eine klare und faktenbasierte Analyse jener Ideologien, die Frauenrechte unter Druck setzen. Der Vortrag schafft Orientierung in einer komplexen Debatte, stärkt Argumente gegen religiös legitimierte Geschlechterhierarchien und zeigt, wo politische Maßnahmen notwendig sind. Er ermutigt dazu, ideologische Gewalt konsequent sichtbar zu machen und sich ihr entgegenzustellen.

Weiterführende Links

TDFÖ-Hinweis zum Weiterdenken

TDFÖ wird weiterhin aufzeigen, wie ideologische Gewalt Frauen trifft und welche politischen Schritte nötig sind. Wir laden Euch ein, den Vortrag anzusehen und die dort angesprochenen Fragen aktiv weiterzuführen.

Marlies Ettl
25.11.2025